Rundgang mit dem Biologen Jannik Jahnke
Am Wanderparkplatz Bergisch Nizza fing unser Rundgang mit dem Biologen Jannik Jahnke an, bei dem er uns etwas über das FFH-Schutzgebiet Gelpetal erzählt hat und was die grundsätzlich Idee hinter den FFH-Gebieten ist.
Zuerst ging es durch den Wald Richtung Dornbach und dann durch die Wiesen nach Huckenbach. Hier machte uns Jannik auf die in den Wiesen entspringenden Siefen aufmerksam (erkenntlich an den dort wachsenden Binsen) und erklärte uns anhand zweier Beispiele sehr anschaulich, was der Unterschied zwischen einem natürlich gewachsenen und einem bewirtschafteten Waldrand ist.
Geplante Gewerbegebiete und Lichtverschmutzung
Er zeigte uns, wo die neuen Gewerbegebiete geplant sind und welche fatalen Folgen sie für die Flora und Fauna des Gelpetals haben. Besonders machte er uns aufmerksam auf das immer größer werdende Problem der Lichtverschmutzung durch Städte, die zu Orientierungsschwierigkeiten bei Vögeln, Insekten, Fledermäusen und anderen dämmerungs- und nachtaktiven Tieren führt.
So sterben jährlich viele Millionen nachtaktive Insekten an Erschöpfung, weil sie dauerhaft versuchen, in die Lichtquellen zu fliegen, Glühwürmchen gelingt die Paarung nicht, weil ihre fünkchenkleinen Hinterleibe vor dem ganzen Licht schlichtweg nicht wahrgenommen werden von potenziellen Partner:innen, in Wäldern und strukturreichen Landschaften wie im Gelpetal lebende Fledermäuse meiden ganze Jagdgebiete und Flugrouten, aus Angst im Licht von Beutegreifern gesehen zu werden und weil sie die Orientierung verlieren. All das konnte Jannik plausibel erklären.
Wald, Nisthilfen und Regenguss
Danach ging es über den Dorner Weg neben der Erich-Fried-Gesamtschule wieder in den Wald zur Ronsdorfer Talsperre. Sinn und Zweck der zahlreichen Nisthilfen für Meisen und Co. wurden ebenso erörtert wie die wirtschaftliche Nutzung des Waldes.
Leider verzog sich die Sonne im Laufe des Rundgangs immer mehr hinter Wolken und die Teilnehmenden bekamen einen richtigen Regenguss ab. Der guten Laune tat das dennoch keinen Abbruch.
Freilaufende Hunde im FFH-Gebiet
Weiter ging es Richtung Haus Zillertal. Auf dem Weg erklärte Jannik auf Nachfrage einer Teilnehmerin, was das Problem mit freilaufenden Hunden im Wald und insbesondere im FFH-Gebiet ist.
Hunde sind sogenannte Prädatoren, also Beutegreifer für kleinere und auch schützenswerte Arten. Hierfür brauchen die Hunde nicht gezielt zu jagen. Es reicht schon das reine Erscheinen eines Hundes am Gelperbachlauf, um eine dort ggf. anwesende Wasseramsel oder einen Eisvogel dauerhaft aus dem gesamten Gebiet zu vertreiben.
Zurück zum Ausgangspunkt
Die Gruppe bog dann wieder in Richtung des Wanderparkplatzes Bergisch Nizza ab und erörterte dabei noch Sinn und Zweck sog. Kalamitätsflächen und ob die invasive Wupperorchidee bekämpft werden sollte oder nicht.
Nach rund 8 km Strecke und 2,5 Stunden waren wir wieder am Ausgangspunkt. Alles in allem war es ein richtig toller Rundgang mit wunderbar aufbereiteten Informationen, abgestimmt auf die Fragestellungen des Gelpetals, die spontanen Entdeckungen am Wegesrand und die Fragen der Teilnehmenden.
Vielen Dank dafür, Jannik.